Netzwerk Modernisierungspartner

Erfolgreich energetisch Sanieren – Berichte, Tipps und Tricks, wie Sie Kosten sparen, Ihren Wohnkomfort steigern und den Wert Ihrer Immobilie erhöhen!

Was ein Dach alles kann: Grün und blau statt grau gegen den Klimawandel

von Regine Krüger  /  20. Mai 2020

„Begrüntes Hannover“ fördert die Fassaden- und Dachbegrünung und die Entsiegelung von Flächen

Weil der Wohnraum knapp wird, bebauen vor allem Großstädte immer mehr Freiflächen – Hannover ist da keine Ausnahme. Damit verschwinden wertvolle Grünflächen und Biotope aus unserer Nachbarschaft. Gleichzeitig macht sich der Klimawandel durch lange Hitzeperioden aber auch Starkregenfälle immer stärker bemerkbar. Um dem entgegenzuwirken, sind Gründächer bestens geeignet: Sie sorgen dafür, das Kleinklima zu verbessern und die Temperatur lokal abzusenken. Zudem binden begrünte Dächer und Fassaden Schadstoffe und bieten Tieren und Pflanzen wertvolle Lebensräume. Weitere Vorteile: Sie schützen die Gebäudesubstanz vor Umwelteinflüssen und dämmen die Gebäude auf natürliche Weise gegen Wärme und Lärm.

 

Umfangreiches Förderprogramm der Dach- und Fassadenbegrünung

Aus diesem Grund hat die Landeshauptstadt Hannover gemeinsam mit der BUND-Kreisgruppe Region Hannover und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) das Projekt „Mehr Natur in der Stadt: Dach- und Fassadengrün in Hannover“ ins Leben gerufen. Das Programm wurde 2017 um das Thema „Entsiegelung“ erweitert, um versiegelte Flächen wieder zu öffnen und neu zu begrünen. Denn entsiegelte Flächen leisten einen wichtigen Beitrag dabei, Überschwemmungen infolge von Starkregenfällen besser abzufedern und die Kanalisation zu entlasten.

Dachbegrünung und Solaranlage auf dem Dach von Jörg Ewald Bedachungen, ©Klimaschutzagentur Region Hannover

Gründächer sind bei fast jeder Dachneigung geeignet, wie Dachdeckermeister Jörg Ewald sagt. Sogar Vertikalbegrünungen seien möglich. Mit recht wenig Aufwand sind Dächer bis zu einer Neigung von 20 Grad verbunden: „Die Voraussetzung ist grundsätzlich, dass das Dach und die Abdichtung wurzelfest sind und dass die statischen Voraussetzungen stimmen.” Herrn Ewalds Betrieb lädt am 14. Juni 2020 von 11 bis 18 Uhr zum „Offenen Gründach“ auf das Firmengelände nach Ricklingen, Im Lämpchen 19, ein. Hier können sich Interessierte vor Ort und beim Ewald-Team persönlich informieren, Gründächer begehen und essbare Dächer in Augenschein nehmen. Ob diese Veranstaltung vor dem Hintergrund von COVID-19 stattfinden kann, erfahren Sie bei unserem Partner Ewald Bedachungen.

 

Anträge zur Förderung von Dach- oder Fassadenbegrünung bis September 2020 stellen!

Im Rahmen des Förderprojekts „Begrüntes Hannover“ können Haus- und Grundeigentümer*innen, Wohnungsgenossenschaften und Baugemeinschaften Zuschüsse beantragen: Für Fassadenbegrünungen stehen Förderungen von bis zu 3.500 Euro zur Verfügung, für Dachbegrünungen und Entsiegelungsmaßnahmen je nach Größe bis zu 10.000 Euro. Förderfähig sind auch Maßnahmen an kleinen Gebäuden wie Garagen oder Carports oder an gewerblich genutzten Gebäuden wie Büros, Fabrik- und Lagerhallen. Das Förderprogramm endet am 31.12.2020; Anträge können noch bis zum 30. September 2020 eingereicht werden. Mehr dazu auf www.begruenteshannover.de

Seit dem 28.04.2020 fördert nun auch die Region Hannover die Dach- und Fassadenbegrünung auf privaten, öffentlichen und kommunalen Gebäuden im Regionsgebiet. Alle Informationen zum Förderprogramm sind hier nachzulesen.

 

Vorteile einer Dach- und Fassadenbegründung auf einen Blick:

  • Grüne Dächer speichern Regenwasser und geben es über die Verdunstung wieder ab. Deshalb wirken sie temperaturausgleichend.
  • Grüne Dächer müssen durchschnittlich erst nach 40 Jahren erneuert werden, herkömmliche Flachdächer nach 15-25 Jahren. Bei Fassaden bewirkt der Pflanzenschutz eine Verzögerung der Erosionsprozesse durch Wind und Niederschlag.
  • Grüne Dächer halten Regenwasser zurück, Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sparen Niederschlagswasserentgelte.
  • Grüne Dächer und Fassaden dämmen ein Gebäude: Im Winter fungieren sie als Wärmedämmung, sodass die Heizkosten sinken. Im Sommer kühlen sie die Gebäude spürbar ab.
  • Grüne Dächer filtern Schadstoffe.
  • Grüne Dächer schützen die biologische Vielfalt.
  • Grüne Dächer sind hoch attraktiv.


Übrigens:
Auch auf einem begrünten Dach lässt sich eine Solaranlage installieren. Die Maßnahmen zu deren Installation können  längerfristig geplant und durchgeführt werden Zwar entfalten Solaranlagen ihr volles Potenzial in sonnenreichen Frühlings- und Sommermonaten, doch nicht nur direkte Sonneneinstrahlung generiert Energie. Bereits diffuse Strahlungen an bewölkten Tagen durch einfache Tageshelligkeit helfen, CO2-armen Strom und Wärme zu produzieren und dem Klimawandel entgegenzutreten.

Fachkundige Informationen bezüglich der Anlagenplanung und -installation erhalten Sie bei unseren Modernisierungspartnern aus den Bereichen „Gebäudeplanung & Bauleitung“ sowie „Gebäudetechnik“.

 

Erneuerbare Wärme – Die Fördertöpfe sind gefüllt!

von Regine Krüger  /  30. April 2020

KfW, BAFA und enercity-Fonds proKlima unterstützen Modernisiererinnen und Modernisierer beim Heizungstausch

 

Förderung für das Heizen mit erneuerbaren Energien ab 2020. ©BAFA

Heizwärme und Warmwasser – dafür werden in deutschen Privathaushalten gut zwei Drittel der Energie verbraucht. Dabei ist die Energieerzeugung auch noch wenig effizient, denn die meisten Heizungsanlagen sind veraltet und ziehen deutlich mehr Energie, als eigentlich nötig wäre. Das sorgt nicht nur für unnötige Kosten, sondern auch für viele klimaschädliche CO2-Emissionen. Daher ist es Zeit, etwas dagegen zu unternehmen: Diese Einschätzung teilt unter anderem auch die Bundesregierung und stellt deshalb erhebliche Fördermittel für den Austausch von alten Heizsystemen gegen neue Effizienzmodelle bereit.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, unterstützt den Austausch einer alten Heizung mit hohen Zuschüssen, wenn die neue Anlage zumindest teilweise erneuerbare Energien nutzt. Das betrifft beispielsweise Gasbrennwertkessel in Kombination mit Solarthermie oder eine Pelletheizung. Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer bekommen nach abgeschlossener Installation bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss zurück. Für den Austausch einer alten Ölheizung zahlt das BAFA derzeit einen zusätzlichen Austauschbonus in Höhe von zehn Prozent.

Fazit:
Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer können also im besten Fall 45 Prozent der Heizungsmodernisierung über Fördermittel finanzieren!

 

Attraktive Förderung von KfW und BAFA kombinierbar

©KfW

Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält in ihren Fördertöpfen erhebliche Mittel bereit: Sie fördert den Austausch einer Heizung unter anderem mit einem zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit, der sich zudem mit der BAFA-Förderung kombinieren lässt.

Und immer daran denken: Die Fördergelder müssen vor dem Beginn der Baumaßnahmen beantragt werden, sonst gibt es keinen Zuschuss oder Kredit.

 

 

©Florian Arp

Wer im Fördergebiet des enercity-Fonds proKlima wohnt, hat darüber hinaus Anspruch auf weitere Unterstützung: Der Fonds unterstützt beispielsweise die Optimierung der Heizungsanlage durch voreinstellbare Thermostatventile oder den Austausch von bis zu drei Heizkörpern. Darüber hinaus können Privatpersonen aber auch Förderungen für einen Luftdichtheitstest, den Einbau eines Wärmespeichers und anderes mehr beantragen. Weitere Informationen gibt es im Förderkompass der Klimaschutzagentur für Privathaushalte.

 

Nie war es so attraktiv, eine Maßnahme am eigenen Haus vorzunehmen wie jetzt!

Fazit: Eine neue Heizung sorgt für ein angenehmes Wohnklima und hält die Heizkosten unter Kontrolle. Außerdem fällt sie im Winter nicht aus, arbeitet hocheffizient und ist sparsam im Verbrauch. Das schont auf Dauer nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Klima und sorgt damit für ein gutes Umweltgewissen.

 

Im Netzwerk Modernisierungspartner finden Sie kompetente Ansprechpartner für eine individuelle Beratung, die Planung einer Heizungsanlage sowie deren Installation.

 

 

 

Neuer Bundespreis UMWELT & BAUEN für nachhaltiges Bauen

von Regine Krüger  /  19. März 2020

Der Bau eines Gebäudes ist mit einem hohen Einsatz von Energie und Material verbunden, und auch die dazugehörigen Transporte, die zumeist per Lkw erfolgen, schlagen kräftig zu Buche. Um in Zeiten des Klimanotstands den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, sollten Bauherrinnen und Bauherren am besten auf nachwachsende und recycelbare Materialien setzen. Ihr Vorteil: Sie wachsen vielfach in der Nähe und ihre Verarbeitung erfolgt mit weniger Energieaufwand, als es bei synthetischen Baustoffen der Fall ist. So bindet beispielsweise eine tragende Konstruktion aus Holz CO2, wohingegen bei Beton- und anderen massiven Baukonstruktionen sehr viel CO2 in der Herstellung freigesetzt wird. Außerdem sollten Bauherrinnen und Bauherren bei jedem neuen Gebäude einen hohen Effizienzgrad anstreben, damit während seiner Nutzungsdauer nur wenig Energie zum Heizen benötigt wird. Und diese stammt im besten Fall aus erneuerbaren Energien wie Sonne, Erdwärme oder Holz.

 

Nachahmer gesucht!

Bei Nichtwohngebäuden werden öffentliche Gebäude prämiert, die nachhaltig und energieeffizient sind. ©Umweltbundesamt

Grund genug für das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA), einen neuen Preis auszuloben und nachhaltige Bauprojekte auszuzeichnen: Mit dem neuen “Bundespreis UMWELT & BAUEN”, der 2020 erstmals vergeben wird, wollen die Initiatoren Projekte mit Vorbildcharakter in puncto Nachhaltigkeit auszeichnen.

Der Wunsch von immer mehr Bauherrinnen und Bauherren sowie Planerinnen und Planern, architektonische Qualität mit Klima- und Umweltschutz zu verbinden, bringt viele spannende Projekte hervor. Sie belegen am praktischen Beispiel, dass nachhaltiges Bauen viele Vorteile bietet – auch im Hinblick auf die Kosten. „Genau da setzt der „Bundespreis UMWELT & BAUEN“ an. Der Preis soll zum einen das Spektrum dessen veranschaulichen, was heute schon baulich und technisch möglich ist. Zum anderen soll er den herausragenden Beispielen durch die Prämierung größere Bekanntheit verschaffen und so zur Nachahmung einladen“, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Einzelvorhaben auf der „grünen Wiese“ werden ausdrücklich nicht unterstützt.

 

Bestandsbauten im Fokus

Um die Breite des nachhaltigen Bauens zu zeigen, umfasst der Bundespreis die Kategorien „Wohngebäude“, „Nicht-Wohngebäude“, „Quartiere“ und „Nachhaltigkeit und Innovationen“. Besonders im Fokus der ersten beiden steht die energetische Sanierung von Bestandsbauten, weil hier aus Sicht des Klimaschutzes der größte Handlungsbedarf besteht.

Neben diesen Wettbewerbskategorien vergeben BMU und UBA noch drei Sonderpreise für besonders innovative Ansätze. Unter den Stichworten „Resilienz“ und „Suffizienz“ geht es um die Anpassung an den Klimawandel und um Strategien zur Verringerung des Ressourceneinsatzes. Auch sollen Bauvorhaben honoriert werden, die Aspekte der biologischen Vielfalt in besonderer Weise berücksichtigen und damit einen substanziellen Beitrag zum Schutz und zur Umsetzung von „Stadtnatur“ leisten. Das dritte Feld „Gebäudehülle & Bauprodukt“ ist für neuartige Lösungen mit innovativen Materialien und Baukonstruktionen gedacht.

Aufgrund der thematischen Breite sind alle Akteure des Baubereichs eingeladen, sich zu bewerben: von Bauherrinnen und Bauherren sowie Bauträgern über Büros für Architektur, Gebäudetechnik-, Stadt- oder Landschaftsplanung bis hin zu Herstellern oder Forschungseinrichtungen. Die Ausschreibung richtet sich an in Deutschland realisierte Bauwerke oder Quartiere in fortgeschrittener Planung; Mehrfachbewerbungen in verschiedenen Kategorien sind möglich.

Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 15. April 2020.

 

Weitere Details und Informationen zur Teilnahme und dem Auswahlverfahren erhalten Sie auf  www.umweltbundesamt.de/bundespreis-umwelt-bauen-start.

 

Haben Sie vor, ein innovatives Bauprojekt zu planen oder suchen Sie für die Umsetzung bereits geplanter Maßnahmen kompetente AnsprechpartnerInnen? Hier finden Sie eine Übersicht unserer Netzwerkpartner.

 

 

 

Vom rechten Maß der Dinge – Höher, schneller, weiter? In Zeiten des Klimawandels gerät diese Maxime ins Wanken

von Regine Krüger  /  21. Februar 2020

 

Seit 2014 müssen Immobilienverkäufer und Vermieter einen Energieausweis vorlegen, um Interessenten eine schnelle Orientierung über die Energiekosten zu geben. Aus demselben Grund weisen auch Haushaltsgeräte, Heizkessel und Co. ihren Verbrauch per Energielabel aus. Diese Transparenz hat erheblich dazu beigetragen, dass sich die Effizienz von technischen Geräten, Autos und Gebäuden in den letzten Jahren und Jahrzehnten enorm gesteigert hat.

Allerdings ist im selben Zeitraum auch die Größe der Geräte – also etwa von Bildschirmen oder Autos – enorm gestiegen, ebenso wie der Bedarf an Wohnfläche: Standen Anfang der Siebziger-Jahre in Deutschland pro Person durchschnittlich 26,4 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, waren es 2015 knapp 47 Quadratmeter. Dies entspricht quasi einer Verdopplung der Wohnfläche pro Person– und die Tendenz steigt weiter. Immer weniger Menschen wohnen auf immer mehr Quadratmetern, was nur teilweise der abnehmenden Zahl an Großfamilien und den zunehmenden Singlehaushalten geschuldet ist. Die bittere Erkenntnis: Unterm Strich wird durch effiziente Gebäudetechnik allein also kaum oder gar keine Energie eingespart.

 

Suffizienz im Forschungsfokus

Mit dieser Entwicklung ist in Sachen Klimaschutz wenig gewonnen. Natürlich wollen wir nicht auf gewisse Annehmlichkeiten verzichten, aber wo ist die Grenze des Komforts? Was brauchen wir wirklich, um gut und bequem zu leben? Nicht von ungefähr ist das Thema „Suffizienz“ in den Fokus von Nachhaltigkeitsforschung und Umweltpolitik gerückt. Dabei geht es um die Frage nach dem rechten Maß: Wie viel Selbstbeschränkung oder gar Verzicht tut Not, um das Klima wirklich zu schützen? Noch mehr Wohnfläche? Oder lässt es sich auf kleinerem Raum vielleicht entspannter leben? Schließlich reduzieren einige Quadratmeter weniger langfristig die Wohnkosten, den Energieverbrauch, aber auch den Reinigungsaufwand. Steht zudem kaum Stauraum zur Verfügung, so wird ein jeder gezwungen, sich stärker auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren.

 

Anreize für kleines Bauen schaffen

Tiny Houses sind eine erste, aber auch radikale Gegenbewegung: Die Minihäuser haben eine Wohnfläche von maximal 30 Quadratmetern, die sich in Wohnbereich, Küche und Bad unterteilt. Eine Hochebene dient in der Regel als Schlafstätte, und jede luftige Lücke, etwa unterhalb der Treppe, wird als Stauraum genutzt. Derzeit entsteht auf Hannovers Kronsberg eine erste Tiny-House-Siedlung, und die Nachfrage ist gewaltig.

Nicht ganz so radikal aber konsequent, ist eine neue Förderung für Baufamilien von proKlima: Seit Jahresanfang belohnt der enercity-Fonds mit einem Punktesystem solche Neubauten, die sich auf eine Wohnfläche von höchstens 30 Quadratmetern pro Person beschränken. Das dürfte ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein und den ein oder anderen Bauherren zum Nachdenken über seinen Platzbedarf bewegen.

 

Weitere Detailinformationen zu den aktuellen “Förderangeboten Neubau – Wohngebäude” des Klimaschutzfonds proKlima erfahren Sie hier.

 

Von der Planung bis hin zur Ausführung unterstützen Sie unsere Netzwerkpartner gerne als kompetente AnsprechpartnerInnen bei Ihrem Projekt.

 

 

 

Die Heizung zum Mieten

von Regine Krüger  /  16. Januar 2020

Contracting-Angebote für moderne Heiztechnik

 

©Klimaschutzagentur Region Hannover

Haben Sie auch einen Oldtimer im Keller? Fast jeder dritte Heizkessel in Deutschland ist älter als 20 Jahre und arbeitet im Vergleich zu modernen Geräten nicht effizient. Auf diese Weise sind der Verbrauch und damit die Energiekosten unnötig hoch. Doch eine neue Heizungsanlage ist eine größere Investition, sodass eine Neuanschaffung oftmals möglichst lange hinausgezögert wird.

 

Eine Alternative kann ein Wärmeliefervertrag bieten, vergleichbar dem Leasing von einer Heizungsanlage, was in der Fachsprache als Contracting bezeichnet wird. Dabei installiert ein Dienstleister – zumeist ein Energieversorgungsunternehmen – ein neues, hocheffizientes Heizungssystem, ganz gleich ob es sich um ein Einfamilienhaus oder eine Wohnanlage mit vielen Parteien handelt. Der Contractor übernimmt dabei sämtliche Kosten für die Anlage, von der Installation über die Wartung bis hin zu eventuellen Reparaturen. Ob Brennwerttherme, Wärmepumpe oder Blockheizkraftwerk: Contracting verspricht aktuelle Heiztechnik und zuverlässige Wärmeversorgung, ohne dass man als Eigentümer oder Eigentümerin auf einen Schlag viel Geld in die Hand nehmen und sich um Details kümmern muss.

 

Wer einen Contractor beauftragt, verpflichtet sich, die Wärme (und manchmal auch Strom) vom Contractor zu beziehen, und zwar für einen festgelegten Zeitraum zwischen zehn und fünfzehn Jahren. Dass der Energiepreis für diese Dienstleistung höher liegt als bei einer eigenen Heizanlage, versteht sich von selbst. Im Gegenzug erhalten die Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket zu fixierten monatlichen Kosten ohne Reparatur- und Wartungsaufwand. Die Heizung bleibt dabei generell Eigentum des Contractors. Zum Ende der Vertragslaufzeit kann eine Übernahme des Heizsystems gegen einen Abschlag oder aber eine Demontage vereinbart werden.

Für Heizungscontracting in privaten Haushalten stehen Ihnen unsere Netzwerkpartner gerne zur Verfügung.

Wünschen Sie zudem weitere Informationen zur Heizungstechnik, so kontaktieren Sie gerne unsere Netzwerkpartner aus dem Bereich Gebäudetechnik.

 

 

So können Sie Schimmel in Wohnräumen verhindern

von Regine Krüger  /  3. Januar 2020

In der kalten Jahreszeit steigt die Gefahr von Feuchteschäden

Hätten Sie’s gewusst? In einem Vierpersonenhaushalt entstehen pro Tag rund zehn Liter Wasserdampf – durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen, Atmen, Toben und vieles andere mehr. Wird diese Feuchtigkeit nicht gezielt durch Stoßlüften nach draußen befördert, so kondensiert sie im Winter an kalten Wänden, in Zimmerecken oder an den Fensterstürzen. Die Folge: Schimmel findet optimale Bedingungen sich auszubreiten. „Gerade, wenn es draußen kalt und drinnen warm ist, finden Schimmelsporen einen optimalen Nährboden. Besonders anfällig sind Außenwände, die unzureichend oder gar nicht gedämmt sind“, sagt Vanessa Kohlmeier als Expertin der Klimaschutzagentur Region Hannover aus dem Bereich Energieeffizienz in Wohngebäuden. „Diese Gebäudeteile kühlen am stärksten aus.“

 

Wichtig: Sofort Abhilfe schaffen

Schimmel im Wohnraum an der Wand nahe eines Fensters. ©Lennart Banse/Klimaschutzagentur Region Hannover.

Tritt Schimmelbefall auf, so sollte er auf jeden Fall so schnell wie möglich saniert werden, da die durch Schimmelpilze bzw. Mykotoxine belastete Raumluft die Gesundheit gefährden kann – Schimmelpilzallergiker oder auch immungeschwächte Personen müssen besonders aufpassen. Ist der Befall kleinflächig, lässt er sich mit speziellen Mitteln aus der Drogerie oder dem Baumarkt entfernen. Bei einem großflächigen Befall sollte man unbedingt einen Fachbetrieb einschalten. Generell gilt: Die vom Schimmelpilz befallenen Stellen müssen vollständig abgetragen und erneuert werden.

 

Ursachenforschung betreiben

Wenn Sie feuchte oder dunkle Stellen in Ihren Wänden entdecken, ist zudem eine gründliche Ursachenforschung angeraten: Dringt Feuchtigkeit über einen Bauschaden durch die Gebäudehülle oder ist die Feuchtigkeit in den Wohnräumen generell zu hoch? Hilfe bekommen Sie bei den Sachverständigen aus dem Netzwerk Modernisierungspartner, die die Schäden untersuchen und für schnelle Abhilfe sorgen.

 

Gebäude warm einpacken

Was Sie vorbeugend gegen eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und Schimmel tun können? „Packen Sie Ihr Gebäude gut ein. Eine kompakte Außendämmung trägt dazu bei, dass die Temperatur der Wandflächen und Ecken auf einem höheren Niveau bleibt“, sagt der Experte. „Wirksam sind auch Lüftungssysteme, wenn nur wenig gelüftet wird, etwa, weil die Bewohner überwiegend abwesend sind. Bereits einfache, dezentrale Lüftungssysteme können zu einer deutlichen Verbesserung der Situation führen.“

 

Übrigens:

Schimmelprobleme entstehen nicht durch eine neue Fassadendämmung, es sei denn, sie wurde fehlerhaft ausgeführt. Denn eine Außendämmung führt immer zu einer Temperaturanhebung auf den Innenflächen der Außenwände, wodurch sich die Luftfeuchtigkeit an der Wandoberfläche und somit das Schimmelrisiko verringert. Auch Innendämmsysteme erhöhen den Schimmelschutz!

 

Weitere Informationen zum Thema “Schimmel in Wohnräumen” sind unter anderem im Leitfaden “Zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden” des Umweltbundesamts nachzulesen.

Zudem findet am 08.02.2020 der “Aktionstag gegen Schimmel” der Verbraucherzentrale Hannover statt. Das Programm sowie viele weitere Informationen erhalten Sie hier.

 

 

 

 

Neues Beratungsangebot für Wohnungseigentümergemeinschaften

von Regine Krüger  /  19. Dezember 2019

 

Gemeinsam sanieren und Potenziale heben

Um die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens zu erreichen, steht die Sanierung älterer Gebäude weiterhin im politischen Fokus. Ziel ist es, sie durch Dämmung, effiziente Technik und neue Elemente wie Fenster und Türen so zu optimieren, dass sich ihr Verbrauch an Heizenergie auf ein Minimum beschränkt. Aber auch der Einbau von Solar- und Speichertechnik in älteren Gebäuden ist sinnvoll, um klimaschädliche Emissionen zu senken.

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern, aber auch bei Genossenschaftsbauten ist bereits viel erreicht worden. Weniger erfolgreich lief bisher die energetische Sanierung der Gebäude von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) und deren Verwaltungen, denn sie stehen vor besonderen Herausforderungen: In einer WEG treffen viele Lebenssituationen, Interessen und Persönlichkeiten aufeinander. Entscheidungsprozesse und ihre Umsetzung sind bei Gemeinschaftseigentum zwangsläufig komplexer und dauern länger, zumal Eigentümerversammlungen häufig nur einmal im Jahr stattfinden.

Gerade in der energetischen Sanierung der Gebäude von WEG liegen große Potenziale: Energieverbrauch und -kosten könnten deutlich gesenkt, Wohnkomfort gesteigert und der Immobilienwert langfristig gesichert werden. Im Rahmen des Modellprojekts „WEG der Zukunft“ bietet die gemeinnützige Klimaschutzagentur Region Hannover GmbH dafür jetzt konkrete Unterstützung an. Dazu gehören kostenfreie und unabhängige Energieberatungen, die Begleitung von WEG-Versammlungen, Mediation und weitere Bausteine. „Das Projekt verfolgt zwei Ziele: Zum einen sollen WEG auf dem Weg zum Sanierungsbeschluss begleitet werden. Zum anderen wird untersucht, welche Unterstützung WEG benötigen“, sagt Projektleiterin Kirstin Rasenack von der Klimaschutzagentur Region Hannover.

Interessierte Wohnungseigentumsgemeinschaften und Hausverwaltungen, aber auch einzelne Wohnungseigentümer und Wohnungseigentümerinnen können sich direkt an Anne-Kathrin Bosse von der Klimaschutzagentur Region Hannover unter Tel. 0511.22002285 oder weg@klimaschutzagentur.de wenden. Für die fachliche Umsetzung steht im Anschluss das Netzwerk Modernisierungspartner gern zur Verfügung: Als Experten für energieoptimiertes Bauen und Sanieren unterstützt es bei der Planung und Durchführung aller Modernisierungsmaßnahmen.

 

WEG der Zukunft  – die fachlichen Themen

  • Gebäudehülle
  • Gebäudetechnik
  • Erneuerbare Energien
  • Lüftung
  • Fördermittel

Weitere Informationen zum Projekt „WEG der Zukunft“ finden Sie hier.

 

 

 

Schön schräg: Wohnraum schaffen unterm Dach – Was beim Ausbau von Dachgeschossen zu beachten ist

von Regine Krüger  /  6. Dezember 2019

Immer mehr Menschen zieht es in die Großstadt: Hier ist das Angebot an Arbeitsmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten enorm, die Infrastruktur stimmt, und auch die ärztliche Versorgung lässt meist nichts zu wünschen übrig. Die Folge: Der Wohnraum wird spürbar knapp, sodass die Mieten ins Unermessliche steigen.

Das sind gute Gründe für Eigentümer, Hausverwaltungen und Bauunternehmen, ausbaufähige Dachböden ins Visier zu nehmen. Diese früheren Abstellflächen, ehemals als Trockenboden oder Speicher genutzt, lassen sich mit guter Planung in hochattraktiven Wohnraum verwandeln. Denn Dachwohnungen haben ihren ganz eigenen Charme – Dachschrägen, freigelegte Balken und Träger sorgen für jede Menge Gemütlichkeit.

 

Energieeinsparverordnung beachten

Wer seinen Dachboden als Wohnraum ausbauen möchte, sollte dabei auf den Rat von Fachleuten – Architekten, Energieberatern und Fachhandwerkern – setzen. „Die Dächer älterer Häuser entsprechen nur selten den Auflagen der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV), ganz besonders, was Wärmeschutz und Luftdichtheit betrifft. Diese Vorgaben müssen im Falle eines Ausbaus zwingend erfüllt werden“, sagt Vanessa Kohlmeier, Expertin von der Klimaschutzagentur Region Hannover im Bereich „Energieeffizienz in Wohngebäuden“. Das bedeutet: Der Dachboden benötigt eine kompakte Wärmedämmung, damit die Heizwärme im Winter im Haus bleibt und gleichzeitig der Sommerhitze ein Riegel vorgeschoben wird. Für die geforderte Luftdichtheit sorgt dabei eine Dampfsperre oder Dampfbremse, die wie eine Membran die Dachkonstruktion vor der warmen und feuchten Raumluft schützt.

 

Lichte Räume schaffen

Wird der Dachboden in Wohnraum umgewandelt, ist zudem der Einbau von großzügigen Fenstern nötig. Hier gibt es vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten in beliebigen Größen, die, EnEV-konform, als Energiesparfenster und sogar im Passivhaus-Standard mit niedrigem U-Wert angeboten werden. Auch Gauben kommen bei einem Dachausbau ins Spiel, da sie aus der Schräge viel Höhe herausholen.

Achtung: Für jeden Dachausbau und jede Gaube ist grundsätzlich eine Baugenehmigung notwendig! Am besten, Sie setzen auch hier auf die Beratung und Begleitung von Experten – etwa aus dem Netzwerk Modernisierungspartner.

 

Bausubstanz gründlich überprüfen lassen

Weil die Dächer alter Häuser über die Jahre und Jahrzehnte häufig Schaden nehmen können, sollten Bauherren die Bausubstanz gründlich überprüfen lassen. Hat sich Ungeziefer im Dachstuhl eingenistet? Sind Sparren, Pfetten oder Balken möglicherweise vom Holzbock befallen? Ist die Stabilität der Konstruktion dadurch noch sichergestellt? War das Dach wirklich dicht, oder gab es Stellen, wo Regen eindringen konnte, sodass Teile des Gebälks jetzt morsch sind? Diese Balken müssen auf jeden Fall ersetzt werden. Und natürlich ist es wichtig, dass eine bereits vorhandene Dampfbremse intakt ist.

Noch Fragen? Dann finden Sie hier unter „Partner“ den richtigen Experten für Ihr Ausbauprojekt!

 

 

TV-Moderator und Bauingenieur Ronny Meyer zu Gast bei den Modernisierungspartnern – Wie energetisches Sanieren sexy wird

von Regine Krüger  /  6. November 2019

Am 5. September 2019 lud das Netzwerk Modernisierungspartner seine Mitglieder zum Netzwerktreffen in das Förderungs- und Bildungszentrum der Handwerkskammer Hannover (FBZ) nach Garbsen. Als Gast vor Ort: Ronny Meyer, Bauingenieur, Autor, Musiker und Fernsehmoderator, der vielen noch aus seiner Sanierungsserie im Hessischen Rundfunk bekannt sein dürfte.

Im Fokus seines Vortrags stand die Frage „Wie energetisches Sanieren sexy wird“ und wie sich dieses Thema von der reinen Sach- auf eine Gefühlsebene transponieren lasse. Denn schließlich werden noch immer, so Meyer, rund vierzig Prozent der benötigten Energie in Deutschland im Gebäudebestand benötigt, was an nicht oder schlecht sanierten Altbauten liege. „Das Handwerk ist hier mit Abstand der wichtigste Partner, um diesen Zustand zu verändern, den Sanierungsstau aufzulösen und Bestandsbauten klimafreundlich zu machen“, so Meyer und plädierte ür neue Ideen statt alter Techniken: Ganz wichtig sei es, die Leute emotional zu packen. Das gelingt nach seiner Meinung durch vier Faktoren:

 

Faktor 1: Musik

„Wir brauchen einen Klimaschutzsong“, forderte der Bauingenieur, der im Nebenjob mit einer eigenen Band im Musikgeschäft tätig ist. Wenn es ein Lied gebe, eine Art Handwerkerhymne, würde sie Eigentümer*innen emotional packen und zum Loslegen animieren. Die Informationen, die man zum Thema Gebäudesanierung erhalte, seien fast immer zu technisch und so gar nicht sexy.

Hauseigentümer führen häufig hohe Investitionskosten als Argumente gegen eine Sanierung an, die sich angeblich nur langsam amortisieren. „Zeitgleich kaufen sich die Leute dann einen teuren SUV, der sich im Grunde nie amortisiert“, führte der Moderator als Gegenbeispiel an. Fazit: Geld ist offenbar durchaus vorhanden, aber niemand willens, es für mehr Effizienz und Komfort in den eigenen vier Wänden auszugeben. Die Automobilindustrie habe es hingegen hervorragend verstanden, das Thema Auto emotional hoch aufzuladen. Und hier gelte es nachzulegen.

 

Faktor 2: Gute Geschichten

Als zweiten Punkt auf dem Weg zu einer stärkeren Emotionalisierung der Gebäudesanierung forderte Meyer, auf gutes Storytelling zu setzen. „Wir müssen Erfolgsgeschichten von Sanierern erzählen statt ständig trockene Fakten aufzuführen“, betonte er.

Rund zehn Millionen sanierungsbedürftige Gebäude gebe es in Deutschland, schätzte Ronny Meyer vor den rund 25 anwesenden Netzwerkmitgliedern. Durchschnittlich werden für eine energetische Sanierung 90.000 Euro benötigt. Mit einem kurzen Rechenbeispiel machte er deutlich, dass sich rund 70.000 Euro über die spätere Energieeinsparung und die Fördertöpfe der KfW zurückholen ließen: „Sanieren war nie günstiger als heute: Die KfW unterstützt Eigentümer*innen derzeit mit 28 Prozent der Investitionssumme – das ist fast ein Drittel des gesamten Volumens!“ Man müsse die Menschen endlich bewegen, diese Gelder in Anspruch zu nehmen – und das könne durch gute Praxisbeispiele gelingen.

 

Faktor 3: Testimonials

Und es brauche drittens Testimonials für das Thema, also Menschen wie Greta Thunberg, der das gelungen sei, was die Sanierungsbranche über Jahrzehnte nicht geschafft habe: den abstrakten Klimawandel auf eine ganz konkrete, bedrohliche Ebene zu führen und zu emotionalisieren. Ihre Fridays-for-Future-Bewegung bringt Woche für Woche Hunderttausende Schüler*innen auf die Straße und hat längst auch die Erwachsenen mobilisiert. Die Gebäudesanierung brauche viel mehr solcher Gesichter.

 

Faktor 4: Ein werbewirksamer Claim

Als vierten und letzten Punkt forderte Ronny Meyer einen Claim für die Sanierungsbranche. Er brachte gleich einige Vorschläge aus der Werbewelt mit, die sich allesamt adaptieren ließen. Einen Claim und ein gemeinsames Ziel, weswegen Meyer vor allem ein geschlossenes Vorgehen von Sanierungsbetrieben auf Bundesebene fordert. Es gäbe viel zu viele autonome Initiativen statt einer gemeinsamen, bundesweiten Aktion. „Für Otto Normalverbraucher ist es wichtig zu wissen, wen er oder sie im Falle einer Maßnahme ansprechen soll: Dafür darf es nur eine einzige Stelle geben!“ Die Baubranche müsse endlich einen Schulterschluss machen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen, sich als Team und nicht als Konkurrenz verstehen. Meyer forderte die Netzwerkmitglieder auf, sich untereinander besser zu vernetzen und künftig gemeinsam vor den Kunden aufzutreten.

 

 

Mit Sonnenstrom auf der Überholspur – Photovoltaik, Speicher und Elektromobilität effizient kombinieren

von Regine Krüger  /  26. Juli 2019

Immer mehr Menschen setzen auf Solarstrom vom eigenen Dach, denn Dächer geben nicht nur Schutz, sondern lassen sich gleichzeitig zur Sonnenernte nutzen. Mit Photovoltaik (PV) können auch Sie sich ein Stück weit unabhängig von steigenden Energiepreisen machen und umweltfreundlichen und nachhaltigen Strom produzieren. „Die Ökobilanz von PV-Anlagen ist hervorragend“, erklärt Ludwig Brokering, selbstständiger Energieberater und Mitglied im Netzwerk Modernisierungspartner. „PV-Anlagen erzeugen die Energiemenge, die zu ihrer Herstellung nötig ist, in wenigen Jahren – ihre Lebensdauer liegt mit 20 bis 30 Jahren jedoch um ein Vielfaches höher.“

 

Geeignete Dachflächen nutzen

Sonnenstrom-Anlagen können auf fast allen Dächern, an der Fassade und auf Freiflächen installiert werden; die Montage dauert nur wenige Tage. Die höchsten Erträge erzielen Sie bei einer Dachneigung von 25-30 Grad und Südausrichtung aber auch eine Ost-West mit 45 Grad ist heutzutage wirtschaftlich darstellbar. „2016 lagen die Kosten für schlüsselfertige PV-Anlagen bei rund 1.600 Euro pro Kilowatt peak. Für ein Einfamilienhaus entstehen so Kosten von rund 10.000 – 13.000 Euro“, berichtet der Energieberater.

Eine Photovoltaikanlage in Deutschland erzeugt durchschnittlich zwischen 800 bis 900 Kilowattstunden Strom pro Kilowatt peak installierter Leistung im Jahr. Dafür reicht eine Dachfläche von sieben bis zehn Quadratmetern aus. Ziel sollte allerdings sein, die komplette nutzbare Dachfläche mit PV zu belegen, da die Kosten spezifisch günstiger sind und zukünftiger Strombedarf, zum Beispiel durch ein zusätzliches Elektroauto, gedeckt wird. Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen, kann ins Stromnetz eingespeist werden und wird mit derzeit elf bis zwölf Cent je Kilowattstunde vergütet. „Wer plant, demnächst eine PV-Anlage auf seinem Dach zu installieren, sollte einen möglichst hohen Eigenverbrauch anstreben“, sagt Brokering. „Denn die Ersparnis durch jede nicht vom Stromversorger bezogene Kilowattstunde ist inzwischen höher als die Vergütung für eine ins Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde.“

 

Selbstproduzierten Strom direkt speichern

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, ein Stromspeicher im Keller und ein Elektroauto vor der Tür, geladen mit regenerativer Sonnenenergie

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, ein Stromspeicher im Keller und ein Elektroauto vor der Tür, geladen mit regenerativer Sonnenenergie. ©Franz Fender/Klimaschutzagentur Region H.

Ihr Stromverbrauch ist am höchsten, wenn die Sonne nicht scheint? Um den Eigenverbrauch zu erhöhen, kann man den Strom vom eigenen Dach ganz einfach speichern: Geräte in der Größe einer Waschmaschine sorgen dafür, dass der Strom auch in den Abend- und Nachtstunden zur Verfügung steht. Der Speicher funktioniert wie ein Akku, den man auflädt, und der die Energie dann wieder abgibt, wenn sie benötigt wird. Die Speicher sind inzwischen sehr effizient und können den abendlichen Strombedarf einer drei- bis vierköpfigen Familie vollständig decken. Allerdings wurde das bisherige KfW-Förderprogramm für Solarspeicher Ende 2018 beendet; ob eine Neuauflage kommt, steht derzeit noch nicht fest.

Hier finden Sie Betriebe die Ihre PV Pläne umsetzen

 

Fahren mit mehr Autarkie

Wer das Klima zusätzlich schützen und den Eigenverbrauch nachhaltig ausbauen will, sollte über Elektromobilität nachdenken: Damit wird Autofahren nicht nur richtig günstig, sondern auch besonders klimafreundlich. Für eine Strecke von 100 Kilometern sind nur 15 bis 20 Kilowattstunden Strom nötig, was ungefähr zwei Litern Treibstoff gleichkommt. Regenerativ mit Sonnenenergie erzeugt, fallen beim Fahren keine treibhausrelevanten Emissionen an – ebenso wenig wie Kohlenmonoxid, Stickstoff oder Feinstaub. Außerdem noch gut zu wissen: wer ein E-Auto anmeldet wird zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit und zahlt weniger für die Versicherung. Weiterer Vorteil: Elektromotoren haben kaum bewegliche Teile, die verschleißen können. Damit fallen bei den „Stromern“ vergleichsweise wenige Reparaturen an. Und die Beschleunigung elektrischer Fahrzeuge stimmt inzwischen auch.

 

Eigene Energie tanken

Um jährlich rund 10.000 Kilometer zu fahren, benötigen Sie auf Ihrem Hausdach eine Solaranlage mit einer Mindestleistung von 1,7 Kilowattpeak. Das entspricht einer Dachfläche von rund zehn Quadratmetern.

Grundsätzlich lässt sich ein Elektroauto an jeder normalen Steckdose aufladen, allerdings dauert der Ladevorgang deutlich länger als mit einer fest installierten Ladestation, einer so genannten Wallbox. Ein weiterer Vorteil der Wallbox ist ein besserer Wirkungsgrad und die Möglichkeit des dynamischen Ladens, wenn Solarstrom genutzt werden soll. Auch steckerlose Ladesysteme sind bereits etabliert. Und natürlich lassen sich auch andere elektrische Gefährte wie E-Bikes, Elektroroller und Segways damit aufladen.

Hier finden Sie Partner für die Installation von Ladestationen und Stromspeicher

 

 

Der nächste Sommer kommt bestimmt – Wie sich Räume klimafreundlich kühlen lassen

von Regine Krüger  /  15. April 2019

Der letzte Sommer brach alle Hitzerekorde: Flüsse trockneten aus, die Waldbrandgefahr war groß, in Hannover lagen die Temperaturen zeitweise höher als in Nordafrika. Doch was, wenn auch 2019 wieder ein Jahrhundertsommer Einzug hält? Wie kann man sich am besten gegen Hitzestau in den eigenen vier Wänden wappnen?

Immer mehr Verbraucher setzen dabei auf Klimaanlagen, doch diese sind teuer und „ökologische Katastrophen“, wie es das Verbraucherportal Utopia.de schreibt: Sie benötigen sehr viel Strom und schieben die warme Luft nur woanders hin, während sie durch hohe CO2-Emissionen das Klima weiter aufheizen.

 

Achten Sie darauf tagsüber die Fenster geschlossen zu halten um unnötige Hitzezufuhr zu vermeiden. ©Klimaschutzagentur Region Hannover

Fenster besser von außen schützen

Durch einfache, gezielte Maßnahmen lassen sich Räume auch klimafreundlich kühl halten. Gut gegen Hitze sind abgedunkelte, geschlossene Fenster. Ist die Wärme erst einmal ins Zimmer gelangt, lässt sich nur schwerlich etwas dagegen tun. Früh morgens, spätabends und natürlich nachts ist Lüften angesagt, damit die Räume auskühlen können. Setzen Sie auf Durchzug, damit ein kompletter Luftwechsel stattfindet!

Einen guten Schutz vor Sonneneinstrahlung bieten außenliegende Jalousien, die bis zu 70 Prozent der Hitze abhalten. Haben Sie keine Rollläden an den Fenstern, sollte das Zimmer mit Rollos oder mit Vorhängen verdunkelt und dabei auf helle Farben gesetzt werden, die die Hitze nach draußen reflektieren. Eine Alternative können Fensterfolien sein, die die Sonne abweisen, ohne die Räume zu verdunkeln. Unterstützung bei der Umsetzung finden sie hier.

Pflanzen im Außenbereich helfen übrigens auch, ein Gebäude von außen zu kühlen – beispielsweise durch große Laubbäume, die im Sommer natürlichen Schatten spenden, aber auch wilder Wein an der Außenwand wirkt wie ein Zusatzschutz und verhindert, dass sich das Gebäude zu stark aufheizt.

 

Auch Mobiliar speichert Wärme

Steigt die Hitze im Inneren weiter an, kann man feuchte, ausgewrungene Handtücher oder Laken im Raum aufhängen. Beim Trocknen wird der Luft Wärme entzogen, wobei die sogenannte „Verdunstungskälte“ entsteht. Auch Zimmerbrunnen erzeugen eine solche Verdunstungskälte.

Übrigens: Auch in Schränken und im Mobiliar staut sich gern die Hitze. Am besten, Sie bringen Teppiche in den Keller, damit im Boden keine Wärme gespeichert wird. Zudem sorgt jedes elektrische Gerät für zusätzliche Wärme, sogar im Standby-Betrieb. Hier gilt: Ausschalten und Stecker ziehen!

Klimafreundlicher als Klimaanlagen sind Ventilatoren, die nur einen Bruchteil des Stroms benötigen. Schalten Sie den Ventilator beim Verlassen des Zimmers aber unbedingt aus, denn Ventilatoren kühlen lediglich die Bewohner, nicht jedoch die Luft! „Der beste Hitzeschutz ist eine gute Dämmung, vor allem des Daches. Das ist aufwändig und teuer, rechnet sich über die vielen Jahre und steigert langfristig den Wert einer Immobilie“, empfiehlt Gabi Oswald, Energieberaterin im Netzwerk Modernisierungspartner.

Weitere Energieexperten finden Sie hier.

 

 

Bauen mit dem besseren Gefühl – Warum Bauherren auf einen Baubegleiter setzen sollten

von Regine Krüger  /  1. April 2019

Wohnen in den eigenen vier Wänden ist für viele ein Lebenstraum und gilt als eine der besten Möglichkeiten der Altersvorsorge. Wer sich für den Neubau eines Eigenheims entscheidet, betritt fast immer Neuland und lässt sich auf ein echtes Abenteuer ein: Das reicht vom Finden eines Grundstücks über die Entscheidung für einen bestimmten Haustyp – Bungalow, Stadtvilla oder Reihenhaus? – bis zur Wahl eines Bauträgers oder Architekten. Hinzu kommen Entscheidungen über Größe, Materialien, Ausstattungsdetails, Energiekonzept und vieles andere mehr.

 

Alles soll richtig laufen

Viele Bauherren sind Laien und kennen sich mit dem komplexen Thema Hausbau nicht aus. Hinzu kommt, dass Bauen fast immer die größte Ausgabe im Leben ist – und deshalb soll alles richtig laufen. Doch immer wieder liest man von Baumängeln. Wie sollen Bauherren, die zum ersten Mal im Leben ein Haus bauen, diese aufdecken? Fehler, die während der Bauphase übersehen werden oder bei der Planung unentdeckt bleiben, lassen sich nachträglich bekanntlich nur unter hohem Kosten- und Zeitaufwand beseitigen.

 

Hilfe vom Profi

Helfen kann ein Bauberater respektive Bausachverständiger aus dem Netzwerk Modernisierungspartner, der als Baustellenprofi genau weiß, worauf es bei einem Hausbau ankommt und die Leistungen sämtlicher Gewerke direkt nach ihrer Ausführung prüft. Vom Fundament bis zum Dachstuhl, vom Fenstereinbau bis zur Ausführung der Elektrik kontrolliert der unabhängige, gewerkeneutrale Bauberater – zumeist ein Bauingenieur oder Architekt – sämtliche Ausführungen für seine Bauherren auf Herz und Nieren und dokumentiert alles per Foto. Ist die Planung korrekt und vollständig? Sind die Leistungsbeschreibungen präzise und klar? Entspricht der Bau den gesetzlichen Bestimmungen in Sachen Energieeinsparverordnung? Bauberater können sogar schon vor der Vertragsunterzeichnung involviert werden, um mögliche Fallstricke in den Vertragsklauseln zuungunsten der Bauherren zu vermeiden.

 

Fachlich besser argumentieren

Sollten tatsächlich Mängel nachgewiesen werden, so hat der Bauberater als Experte gegenüber den ausführenden Unternehmen die besseren Karten, weil er oder sie auf einem fachlichen Niveau argumentiert und die entsprechenden Nachweise erbringt. Er kontrolliert die Nachbesserungen, regelt Preisnachlässe bei nicht-sicherheitsrelevanten Mängeln und begleitet die Bauabnahme nach Behebung aller Mängel. Auf diese Weise lassen sich lange Rechtsstreitigkeiten und Folgekosten vermeiden – von unnötigem Stress und Zeitaufwand einmal ganz abgesehen. Bauherren haben auf diese Weise von Anfang an ein gutes Gefühl in ihren eigenen vier Wänden.

 

 

Warum ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage sinnvoll ist

von Regine Krüger  /  1. März 2019

 

Heizkosten senken und den Wohnkomfort erhöhen

Fast jeder hat es schon erlebt: In einem Zimmer glüht der Heizkörper, im anderen tut sich kaum was – das zu ändern bringt nicht nur mehr Komfort, sondern spart auch Geld. Rund 70 Prozent des Energieverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts entfallen auf die Heizung. Zehn bis zwanzig Prozent davon lassen sich durch den sogenannten hydraulischen Abgleich einsparen. Beim hydraulischen Abgleich geht es darum, dass sich in den einzelnen Heizkörpern die richtige Wassermenge zur richtigen Zeit befindet. Der Abgleich ist also dann sinnvoll, wenn Heizkörper in Räumen, die weit von der Therme entfernt liegen, nicht richtig warm werden, während Heizkörper nahe der Therme zu heiß laufen. Denn das führt zu unnötig hohen Heizkosten und mindert den Wohnkomfort.

 

Wohlfühltemperatur in jedem Raum

Beim hydraulischen Abgleich stellt ein Fachmann alle Teile der Heizungsanlage –Heizkörper, Thermostatventile, Heizungspumpe & Co. – exakt auf den tatsächlichen Wärmebedarf ein. Vorab wird dafür der Energiebedarf eines jeden Raumes anhand seiner Größe, seines Volumens und seiner Außenflächen ermittelt und die tatsächliche Heizleistung der einzelnen Heizkörper abgeglichen. Wichtig ist ebenfalls die Entfernung zur Heizungspumpe respektive Therme. Aus diesen Daten ergeben sich dann die exakten Einstellwerte für die Thermostate der Heizkörper. Ergebnis: Die Wärme verteilt sich gleichmäßig im Haus, die Heizkörper erreichen die gewünschten Wohlfühltemperaturen.

 

Das bewirkt ein hydraulischer Abgleich Ihrer Heizung

Das bewirkt ein hydraulischer Abgleich Ihrer Heizung

 

Voraussetzungen, Kosten und Förderung

Wichtig: Voraussetzung für einen hydraulischen Abgleich sind voreinstellbare Thermostatventile, weil diese für den optimalen Fließwiderstand in den Heizkörpern sorgen. So wird sichergestellt, dass genau die Menge Wasser durchfließt, die benötigt wird. Eine weitere Voraussetzung für den Abgleich ist ein Zweirohr-System; bei einem Einrohr-System lässt er sich nur schwerlich berechnen.

Das Verbraucherportal co2online geht von Kosten zwischen 500 und 1000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus aus. Dafür lassen sich jährlich bis zu 200 Euro an Heizkosten einsparen. Seit 2016 fördert der Staat den hydraulischen Abgleich: Verbraucher erhalten über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss von rund 30 Prozent der Nettokosten zur Optimierung ihrer Heizungsanlage.

Bei der Durchführung und Berechnung des Hydraulischen Abgleichs für Ihr Zuhause helfen Ihnen unsere Modernisierungspartner aus der Region Hannover weiter: Qualifizierte Partner finden