Netzwerk Modernisierungspartner

Mit Sonnenstrom auf der Überholspur – Photovoltaik, Speicher und Elektromobilität effizient kombinieren

Immer mehr Menschen setzen auf Solarstrom vom eigenen Dach, denn Dächer geben nicht nur Schutz, sondern lassen sich gleichzeitig zur Sonnenernte nutzen. Mit Photovoltaik (PV) können auch Sie sich ein Stück weit unabhängig von steigenden Energiepreisen machen und umweltfreundlichen und nachhaltigen Strom produzieren. „Die Ökobilanz von PV-Anlagen ist hervorragend“, erklärt Ludwig Brokering, selbstständiger Energieberater und Mitglied im Netzwerk Modernisierungspartner. „PV-Anlagen erzeugen die Energiemenge, die zu ihrer Herstellung nötig ist, in wenigen Jahren – ihre Lebensdauer liegt mit 20 bis 30 Jahren jedoch um ein Vielfaches höher.“

 

Geeignete Dachflächen nutzen

Sonnenstrom-Anlagen können auf fast allen Dächern, an der Fassade und auf Freiflächen installiert werden; die Montage dauert nur wenige Tage. Die höchsten Erträge erzielen Sie bei einer Dachneigung von 25-30 Grad und Südausrichtung aber auch eine Ost-West mit 45 Grad ist heutzutage wirtschaftlich darstellbar. „2016 lagen die Kosten für schlüsselfertige PV-Anlagen bei rund 1.600 Euro pro Kilowatt peak. Für ein Einfamilienhaus entstehen so Kosten von rund 10.000 – 13.000 Euro“, berichtet der Energieberater.

Eine Photovoltaikanlage in Deutschland erzeugt durchschnittlich zwischen 800 bis 900 Kilowattstunden Strom pro Kilowatt peak installierter Leistung im Jahr. Dafür reicht eine Dachfläche von sieben bis zehn Quadratmetern aus. Ziel sollte allerdings sein, die komplette nutzbare Dachfläche mit PV zu belegen, da die Kosten spezifisch günstiger sind und zukünftiger Strombedarf, zum Beispiel durch ein zusätzliches Elektroauto, gedeckt wird. Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen, kann ins Stromnetz eingespeist werden und wird mit derzeit elf bis zwölf Cent je Kilowattstunde vergütet. „Wer plant, demnächst eine PV-Anlage auf seinem Dach zu installieren, sollte einen möglichst hohen Eigenverbrauch anstreben“, sagt Brokering. „Denn die Ersparnis durch jede nicht vom Stromversorger bezogene Kilowattstunde ist inzwischen höher als die Vergütung für eine ins Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde.“

 

Selbstproduzierten Strom direkt speichern

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, ein Stromspeicher im Keller und ein Elektroauto vor der Tür, geladen mit regenerativer Sonnenenergie

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, ein Stromspeicher im Keller und ein Elektroauto vor der Tür, geladen mit regenerativer Sonnenenergie. ©Franz Fender/Klimaschutzagentur Region H.

Ihr Stromverbrauch ist am höchsten, wenn die Sonne nicht scheint? Um den Eigenverbrauch zu erhöhen, kann man den Strom vom eigenen Dach ganz einfach speichern: Geräte in der Größe einer Waschmaschine sorgen dafür, dass der Strom auch in den Abend- und Nachtstunden zur Verfügung steht. Der Speicher funktioniert wie ein Akku, den man auflädt, und der die Energie dann wieder abgibt, wenn sie benötigt wird. Die Speicher sind inzwischen sehr effizient und können den abendlichen Strombedarf einer drei- bis vierköpfigen Familie vollständig decken. Allerdings wurde das bisherige KfW-Förderprogramm für Solarspeicher Ende 2018 beendet; ob eine Neuauflage kommt, steht derzeit noch nicht fest.

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Fahren mit mehr Autarkie

Wer das Klima zusätzlich schützen und den Eigenverbrauch nachhaltig ausbauen will, sollte über Elektromobilität nachdenken: Damit wird Autofahren nicht nur richtig günstig, sondern auch besonders klimafreundlich. Für eine Strecke von 100 Kilometern sind nur 15 bis 20 Kilowattstunden Strom nötig, was ungefähr zwei Litern Treibstoff gleichkommt. Regenerativ mit Sonnenenergie erzeugt, fallen beim Fahren keine treibhausrelevanten Emissionen an – ebenso wenig wie Kohlenmonoxid, Stickstoff oder Feinstaub. Außerdem noch gut zu wissen: wer ein E-Auto anmeldet wird zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit und zahlt weniger für die Versicherung. Weiterer Vorteil: Elektromotoren haben kaum bewegliche Teile, die verschleißen können. Damit fallen bei den „Stromern“ vergleichsweise wenige Reparaturen an. Und die Beschleunigung elektrischer Fahrzeuge stimmt inzwischen auch.

 

Eigene Energie tanken

Um jährlich rund 10.000 Kilometer zu fahren, benötigen Sie auf Ihrem Hausdach eine Solaranlage mit einer Mindestleistung von 1,7 Kilowattpeak. Das entspricht einer Dachfläche von rund zehn Quadratmetern.

Grundsätzlich lässt sich ein Elektroauto an jeder normalen Steckdose aufladen, allerdings dauert der Ladevorgang deutlich länger als mit einer fest installierten Ladestation, einer so genannten Wallbox. Ein weiterer Vorteil der Wallbox ist ein besserer Wirkungsgrad und die Möglichkeit des dynamischen Ladens, wenn Solarstrom genutzt werden soll. Auch steckerlose Ladesysteme sind bereits etabliert. Und natürlich lassen sich auch andere elektrische Gefährte wie E-Bikes, Elektroroller und Segways damit aufladen.

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